Calendar Icon Facebook Instagram YouTube
Zahnimplantate

05/07/2026

Risiko Parodontitis und Implantate: Geht das überhaupt?

Parodontitis und Implantate klingen nach einem schlechten Duo, aber so eindeutig ist das nicht. Ja, Parodontitis erhöht das Risiko für Komplikationen bei Implantaten deutlich. Mit einer konsequenten Vorbehandlung und guter Mundhygiene ist eine erfolgreiche Implantation jedoch in vielen Fällen möglich. In diesem Artikel erfahren Sie, was vorher erledigt sein muss, worauf Sie danach achten sollten und wann ein Implantat trotz Parodontitis eine realistische Option ist.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Aktive Parodontitis und Implantate vertragen sich nicht: Erst wenn die Entzündung vollständig unter Kontrolle ist, kommt eine Implantation infrage.
  2. Parodontitis-Patienten tragen ein erhöhtes Risiko für Periimplantitis, eine Entzündung rund um das Implantat, die zum Implantatverlust führen kann.
  3. Eine gezielte Vorbehandlung mit professioneller Zahnreinigung, Scaling und Root Planing ist Pflicht, bevor ein Implantat gesetzt wird.
  4. Engmaschige Kontrolltermine und eine konsequente Mundhygiene sind nach der Implantation keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
  5. Rauchen verschlechtert die Heilungschancen zusätzlich und sollte vor und nach der Implantation möglichst eingestellt werden.

Was ist Parodontitis?

Parodontitis ist eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnhalteapparats, die Zahnfleisch, Kieferknochen und Wurzelhaut angreift. Sie entsteht, wenn sich Bakterien in der Zahnfleischtasche festsetzen und das umliegende Gewebe dauerhaft reizen. Unbehandelt schreitet sie still voran, oft ohne starke Schmerzen, bis Zähne spürbar lockerer werden oder ausfallen.

Was ist Parodontitis? Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnbetts. Auslöser sind Bakterien im Zahnbelag, die Zahnfleisch, Kieferknochen und Wurzelhaut schrittweise zerstören. Der Verlauf ist oft schmerzlos, aber progressiv. Typische Anzeichen sind Zahnfleischbluten, Taschenbildung und Knochenschwund. Ohne Behandlung droht langfristig Zahnverlust.

Der Knochenschwund ist besonders relevant für spätere Implantate. Wo der Knochen fehlt oder geschwächt ist, hat ein Implantat schlicht wenig, woran es sich festhalten kann. Dazu kommt, dass aktive Entzündungen die Einheilung neuer Materialien massiv erschweren.

Warum Parodontitis Implantate zur Herausforderung macht

Wer ein Implantat bei aktiver Parodontitis setzt, riskiert eine Periimplantitis: eine Entzündung des Gewebes rund um das Implantat, die dem Krankheitsbild der Parodontitis erschreckend ähnelt. Die bakterielle Umgebung, die die Parodontitis begünstigt hat, bleibt bestehen und greift im schlimmsten Fall das neue Implantat an. Das Ergebnis ist ein entzündeter Implantatsitz, der ohne Behandlung zum vollständigen Implantatverlust führt.

Hinzu kommt, dass ein entzündetes Mundmilieu die Osseointegration stört, also die Verschmelzung des Titanimplantats mit dem Kieferknochen. Dieser Prozess ist die Grundlage eines jeden stabilen Implantats. Parodontale Entzündungsreaktionen hemmen genau diese Einheilung, was das Risiko eines Misserfolgs deutlich in die Höhe treibt.

Vorbehandlung der Parodontitis

Bevor überhaupt über eine Implantation gesprochen werden kann, muss die Parodontitis vollständig behandelt und stabilisiert sein. Das ist keine Formalität, sondern eine medizinische Grundvoraussetzung. Patienten, die diesen Schritt überspringen wollen, gefährden am Ende den Implantaterfolg.

Folgende Maßnahmen müssen vor einer Implantation abgeschlossen sein:

  • professionelle Zahnreinigung zur Entfernung von Plaque und Zahnstein oberhalb und unterhalb des Zahnfleischrands
  • Scaling und Root Planing zur mechanischen Reinigung der Wurzeloberflächen und Glättung des Wurzelzements
  • Mundhygieneschulung zur Optimierung der häuslichen Reinigungsroutine
  • Stabilitätskontrolle zur Überprüfung, ob die Parodontitis vollständig unter Kontrolle ist und keine aktiven Entzündungszeichen mehr vorliegen

Erst wenn alle Kontrollwerte stimmen und die Taschentiefen sich normalisiert haben, kann ein Behandlungsplan für das Implantat erstellt werden.

Mundhygiene und Nachsorge – was Parodontitis-Patienten beachten müssen

Nach einer Implantation ist die tägliche Mundhygiene für Parodontitis-Patienten noch wichtiger als ohnehin. Das Implantat selbst kann keine Karies bekommen, aber das umliegende Gewebe ist anfällig. Eine nachlässige Pflege öffnet Bakterien Tür und Tor und kann eine Periimplantitis auslösen.

Empfohlene Pflegemittel und Schritte für den Alltag nach der Implantation:

  • Schallzahnbürste für eine gründliche, sanfte Reinigung der Implantatoberfläche und des Zahnfleischrands
  • Interdentalbürsten zur Reinigung der Zwischenräume rund ums Implantat, wo normale Bürsten nicht hinkommen
  • antibakterielle Mundspülungen zur Reduktion der Keimbelastung, vor allem in den ersten Wochen nach der OP
  • Zungenreiniger zur Verringerung der allgemeinen Bakterienlast im Mund

Engmaschige Kontrolltermine nach der Implantation sind unverzichtbar. Bei Parodontitis-Patienten empfehlen wir Kontrollen alle drei bis vier Monate, um Entzündungszeichen frühzeitig zu erkennen und sofort gegenzusteuern.

FAQ

Nein. Bei aktiver Parodontitis ist eine sofortige Implantation nicht möglich. Die Entzündung muss zuerst vollständig behandelt und über mehrere Monate stabil sein, bevor eine Implantation medizinisch vertretbar ist.

Periimplantitis ist eine Entzündung rund ums Implantat und verläuft ähnlich wie Parodontitis. Der Unterschied: Parodontitis betrifft natürliche Zähne, Periimplantitis betrifft das Implantat. Beide können unbehandelt zu Knochenschwund und Verlust des betroffenen Zahns bzw. Implantats führen.

Die Wartezeit beträgt in der Regel mindestens drei bis sechs Monate nach Abschluss der Parodontitistherapie. In dieser Zeit wird die Stabilität der Werte überprüft, bevor eine Implantation geplant werden kann.

Ja, deutlich. Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung des Zahnfleischs, verlangsamt die Heilung und erhöht das Risiko für Periimplantitis erheblich. Für Parodontitis-Patienten, die implantieren lassen möchten, ist ein Rauchstopp vor dem Eingriff dringend empfehlenswert.

Für Parodontitis-Patienten empfehlen wir Kontrollen alle drei bis vier Monate. Bei stabilen Verhältnissen kann der Abstand mit der Zeit angepasst werden. Engmaschige Betreuung in der Anfangsphase ist entscheidend für den Langzeiterfolg.

So gehen Sie den nächsten Schritt – trotz Parodontitis

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, trotz Parodontitis ein Implantat zu bekommen, sind das Ihre wichtigsten nächsten Schritte:

  • Parodontitis erst vollständig behandeln lassen, bevor Sie eine Implantation in Betracht ziehen.
  • Mundhygiene konsequent und dauerhaft verbessern, unterstützt durch professionelle Reinigung und Schulung.
  • Regelmäßige Kontrolltermine einhalten, um die Stabilität der parodontalen Werte zu sichern.
  • Rauchen aufgeben, um die Heilungschancen nach der Implantation zu verbessern.
  • Einen individuellen Behandlungsplan erstellen lassen, der Ihre parodontale Vorgeschichte berücksichtigt.

Bei Die Dentalfamilie begleiten wir Sie von der Vorbehandlung bis zur abschließenden Kontrolle nach der Implantation. Sprechen Sie uns an, gemeinsam finden wir den Weg, der zu Ihrer Situation passt.

Fragen? Schreiben Sie uns!

Kontakt